
|
|
Der Dobermann ist ein Hund, auf dem viele Vorurteile lasten! Jeder kennt ihn wahrscheinlich als scharfen Wachhund, wie er in sämtlichen Filmen in Kino und Fernsehen dargestellt wird! Blutrünstige Bestien, die nur darauf aus sind, jeglichen Eindringling zu zerfleischen. Aber woher kommt diese Ansicht und stimmt sie mit dem Wesen des Dobermanns tatsächlich überein?
Wenn man sich allein die Zuchtgeschichte ansieht, erfährt man folgendes: Ein gewisser Louis Dobermann aus Deutschland, von Beruf Steuereintreiber und städtischer Hundefänger, brauchte einen Hund an seiner Seite, der allein schon durch sein Äußeres Respekt einflößen sollte, ihn also bei seinen Reisen vor Räubern schützen und nicht zahlungswillige Steuerzahler zur "Vernunft" bringen sollte. Zuerst nahm er dafür vorhandene Begleithunde, dann entschloss er sich (ca. 1860), seinen eigenen Schutzhund zu züchten.
Der alte deutsche Schäferhund wurde aufgrund seiner Härte, Intelligenz und Gesundheit ausgewählt, Dazu wurden deutsche Pinscher gepaart, um schnelle Reaktionen und Mut einzukreuzen. Anschliessend fiel die Wahl auf den Weimaraner, der vorzügliche Jagdeigenschaften und eine gut trainierte Nase einbrachte; auch seine Farbe kann man dem Dobermann bis heute ansehen. Der Rottweiler lieferte Kraft, Schutztrieb und Mut, der Greyhound die Schnelligkeit und der Manchester Terrier das kurze, glatte Fell und die typische Farbverteilung. Die Auflichtungsfaktoren, welche rote, blaue und falbfarbendeTiere hervorbringen, liegen seit Anfang an im Mastiffgenpool, kommen aber nicht allzu häufig vor. In der Anfangszeit wurden auch einige langhaarige und einige von Geburt an stummelschwänzige Welpen geboren, was dem Image des "bösen Schutzhundes" entsprach und man begann mit dem Coupieren der Schwänze. Heutzutage ist das Coupieren laut Tierschutzgesetz in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern verboten. Auch die Einfuhr coupierter Hunde ist neuerdings nur noch unter grossen Auflagen möglich. (Zum Glück!!! Tierärzte, die noch coupieren, machen sich strafbar!) Nach dem Tod von Herrn Dobermann nahm Otto Goeller die Rasse in seine Obhut und nahm einige Verbesserungen vor. Die Rasse wurde edler und zierlicher! Auch ein Herr Tischler züchtete weiter und setzte 1895 die Anerkennung der Dobermannrasse in Deutschland durch. Der Dobermann vereinigt also die besten Eigenschaften eines Schutz- und Jagdhundes mit immenser Schnelligkeit.
Heutzutage gilt er als hervorragender Dienst- und Gebrauchshund!!! Er wird in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. So findet man ihn sowohl als Polizei-, Rettungs- oder Lawinensuchhund als auch als Blindenführhund. Er gilt als das "Vollblut unter den 8 Gebrauchshunderassen"! Das ist der unserer Meinung nach wichtigste Aspekt bei der Überlegung, ob man sich einen Dobermann anschaffen sollte oder lieber doch nicht. Dieser Hund braucht eine Aufgabe!!! Man muß viel Zeit, Geduld und Verständnis investieren. Das ist heutzutage für den normalen Hundehalter schwer. Man sieht immer wieder "hibbelige" Dobermänner im Park mit gestreßten Haltern am anderen Ende der Leine. Der Hund überfordert viele, da er eine Möglichkeit braucht, seine überschüssige Energie abbauen zu können. Ein normales Gassigehen reicht in der Regel einfach nicht aus. Daher möchten wir jeden bitten, der sich einen Dobermann anschaffen möchte, darüber gründlich nachzudenken.
Doch was ist jetzt mit seinem schlechten Ruf?
Also, sein Mut und sein Schutztrieb einerseits sind ebenso ausgeprägt wie seine Anhänglichkeit, Zutraulichkeit, Kinderfreundlichkeit und Führigkeit auf der anderen Seite! Er ist in der Ausbildung mitunter etwas eigenwilliger als der Schäferhund, lernt jedoch sehr schnell! Er ist von Natur aus treu und unbestechlich, anfänglich Fremden gegenüber zurückhaltend, sehr sensibel und daher ganz und gar kein böser und hinterhältiger Hund! Nur sehr anspruchsvoll! Außerdem sind Dobermänner, wie alle pinscherartigen, bellfreudig, also nichts für Leute mit lärmempfindlichen Nachbarn, denn der Dobermann zeigt einem meist mit Gebell, daß es zum Beispiel geklingelt hat oder der Briefträger sich gerade am Briefkasten zu schaffen macht! Das wurde ihm so angezüchtet und verurteilen kann man ihn deswegen nicht. Von einem Schutzhund wird dies ja erwartet. Alles zielte auf Abschreckung, niemals auf Angriff!!!
Obwohl diese Rasse infolge sensationell aufgemachter Medienhetze bei vielen Furcht erregt, ist dieser schlechte Ruf des Dobermanns nicht gerechtfertigt!
Wichtig ist natürlich, wie bei anderen Rassen auch, frühe Sozialisierung mit Mensch und Tier. Eine autoritäre Erziehung wird vielfach empfohlen. Einen Dobermann zu halten heisst kompromisslos konsequent sein zu müssen. Der heutige Dobermann ist ein eleganter, leichtfüssiger Aristokrat, der nichts mehr liebt, als immer bei seinem Besitzer zu sein.
Nun noch ein paar wichtige Zahlen und Infos:
- Ursprungsland: Deutschland - Gewicht: 32 - 45 kg - Schulterhöhe: 63 - 72 cm - Haarkleid: kurz, glatt - Farben: Grundfarben schwarz und braun mit roten Abzeichen / - Fehlfarben blau, isabell oder albino mit roten Abzeichen - Andere Namen: Dobermann Pinscher, Gendarmenhund - Anerkennung durch: FCI, AKC, UKC, TKC, CGC - FCI-Gruppe 2 : Pinscher, Schnauzer, Molosser |
|